BEEbyBill – das sind Hemden, Blusen und Tunikas für Groß und Klein, aus duftigen und hochwertigen Baumwollstoffen, zart gestreift oder klassisch kariert, mal mit kontrastiertem Handstich, mal metallisch bedruckt – aber immer mit der kleinen prägnanten Biene bestickt, die in knalligem Orange andeutet, woher der Name „BEE“ kommt.

2009: Am Anfang standen maßgeschneiderte Oberhemden für Opa und Enkel, es folgten Bestellungen von Freunden und Bekannten, und so wurde schnell mehr daraus; bald kamen auch Blusen und Kleidchen für Frauen und Mädchen dazu, der „Partnerlook“ für die ganze Familie war geboren. So wurde aus der „Nebensache“ Maßhemd eine Hauptaufgabe, ein Label wurde gegründet, eine Kollektion erstellt. Diese wird nun auch in ausgewählten Geschäften angeboten. Inzwischen umfasst die Kollektion neben Hemden, die noch immer das Hauptprodukt sind, auch Nikkianzüge, T-Shirts und Polos sowie Bademäntel und Bodys. Fast alles gibt es für Eltern und Kinder, für Groß und Klein, eben „tall and tiny“. Das Hemd – eines der traditionellsten Bekleidungsstücke überhaupt – gibt es seit über 2.000 Jahren. In Zeiten von T-Shirt und Jogginganzug möchten wir Dinge herstellen, die von Wert und Dauer sind, besondere Teile eben, mit dem Potential zum Lieblingsstück.
Sibylle Boveleth, Inhaberin und Gründerin des Labels BEEbyBill, stellt sich in unserem Butterzart-Interview vor.
Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
„Kindlich, klar, manchmal korrekt,
sinnlich, smart und schnörkellos,
sensibel, rasant, und manchmal prägnant,
natürlich, mal niedlich, oder nostalgisch,
immer individuell für Eltern und Kind.“
Wie würden Sie selbst Ihre aktuelle Kollektion für Herbst/Winter 2010/11 beschreiben?
„Der Traum von Kindheit: ein Herbstwochenende auf dem Land – früh morgens durch taunasse Wiesen streifen, abends vor dem Kamin wohlig gewärmt werden von Lammfellweste und Opas Arm. Karamellfarbene Vichyhemden und Tunikakleider, immer weich gewaschen, mit Namen bestickt, eine Ringelmütze wie die Großen, der Schal ist zu lang. Cabanjacke und Lammfellmantel haben die Farben von Bindfäden und Steinen, bleachwhite die Bluse dazu, leicht und leise. Überfärbt und gewaschen wirken Kleider wie Lieblingsstücke. Karohemden und Tuniken wie gefärbt von getrockneter Tinte, mit matten Lammfellwesten in Papiertönen dazu. Starke Farben, hier und da, bringen Spaß und Spannung. Longsleeve-Shirts, Angoramütze und -weste haben nichts als ihre Farbe: Deep Purple, Real Rose, Deep Blue Sky, Golden Green, Lovely Lavender. Unbeschwert und ungeschmückt, ein harmonischer Haufen alles zusammen.“
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
„Start um 9, kurzes Besprechen, was steht an? Wer, was, bis wann? Wie viele Bestellungen, wo gehen sie hin? Besonderheiten? Zeit für Neues? Am liebsten eine Stunde allein im Arbeitszimmer, neue Gedanken denken, mit Stoff und Fundstücken hantieren und Skizzchen machen… einfach spielen. Nach einer Stunde: der Alltag – Mails beantworten, telefonieren, organisieren, Knöpfe auswählen und Bestellungen sortieren. Und vor allem und fast gleichzeitig: Mama sein!“
Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Welche Stoffe verwenden Sie am liebsten?
„Für unsere Hemden, Tunikas und Blusen verwenden wir am liebsten klassische Stoffe wie Vichykaros, Schwesternstreifen und Traditionsstreifen. Sie müssen hochwertig, feinfädig und charmant sein. Und 100 % natürlich. Wir experimentieren mehr und mehr mit Batik- und Stickelementen, auch mit Waschungen und Überfärbungen geben wir den Stoffen einen neuen Aspekt. Die Drucke dürfen auch mal golden sein, meist grafisch, klar und frisch.“
Haben Sie bei der Kreation Ihrer Kollektionen einen bestimmten Typ Kind vor Augen?
„Ich denke an begeisterte und zu begeisternde, lebendige Kinder; mal wild, mal leise, fröhlich, sinnlich, individuell und immer anders, natürlich, gewünscht, geliebt und beschützt.“
Was war das schwierigste Design, das Sie je entworfen haben?
„Mein Problem ist immer eher die Beschränkung – nicht alles machen zu können, was mir in den Kopf kommt. Zum Beispiel würde ich liebend gerne Kinderreisegepäck entwerfen, mit bedruckten Stoffkoffern und vielen Täschchen und Beuteln – da fiele mir viel ein! Aber um Ihre Frage zu beantworten: Das bisher schwierigste Design war das Geburtshemd, das ich anlässlich der Geburt meines Sohnes Henry entworfen habe – einfaches Design für den bisher schwierigsten Moment meines Lebens.“
Welche Rolle spielen Modemessen für Sie? Welche Messen sind am wichtigsten und effektivsten?
„Modenmessen – den Begriff »Mode«, der für die Großen so wichtig ist, benutze ich für Kindersachen nicht gerne, finde ihn irreführend. Kinderkleidung darf jenseits von Mode stattfinden, darf individuell sein und kombiniert werden, mit eigenen Gesetzen und nach Lust und Laune. Aber als Verkaufsstelle für Kinderkleider sind Messen natürlich wichtig. Besonders frisch und eigen find ich »de kleine fabriek« in Amsterdam: kreativ, zeitgemäß und inspirierend. Wenn wir groß sind, machen wir da auch mit!“
Wie hat sich die Kindermodebranche im Laufe der Zeit in Ihren Augen verändert?
„In den letzten Jahren sind Kinder mehr und mehr in den Fokus der Gesellschaft gewandert; die Krise, und mit ihr die Rückbesinnung auf Familie, Zuhause und Gemeinschaft, hat das Thema Kind/Familie zu einem Zeitgeistthema gemacht. Kinder werden wichtig genommen – ihre Bedürfnisse, Interessen und wie sie die Welt erleben. Und somit auch, wie sie gekleidet sind. Neben toll gestalteter Funktionskleidung für Kinder bietet heute jedes internationale Fashionlabel Baby- und/oder Kids-Linien an, großen Luxus schon für die ganz Kleinen. Es ist schick, ein schick gekleidetes Kind zu haben, und die Kinder selber lernen schnell, sich über ihre Kleidung auszudrücken. Das Angebot ist breit und bunt und so vielseitig wie wohl noch nie.“
www.beebybill.de